Hengsthaltung| Muss das sein?

Nur wenige Fotos hat es gedauert, bis der dreijährige Hengst Campino den Zuschauern auf Instagram und Facebook den Kopf verdreht hat. Mit seinem langen Schopf, seinen ehrlichen, großen Augen und seinem charmanten Blick, gepaart mit einem gut bemuskelten Körper und dem typischen Henstausdruck hat er es geschafft, dass er nun nicht mehr nur im realen Leben von seiner Pflegerin und den Besuchern angehimmelt wird, sondern auch im virtuellen Leben die ersten Fans für sich gewinnen konnte. Relativ oft erreichen mich Fragen zu der Haltung und der Ausbildung von Campino, primär aufgrund seines Daseins als Hengst. Wie ich bereits in einem Beitrag auf http://www.harriet-jensen.de ausführlich geschildert habe, gehören Campino und der schmucke Schimmelhengst – abgesehen von den kleinen Dreikäsehoch, welche noch nicht ganz wissen, ob sie Stute, Wallach oder Hengst sind – zu meinem ersten richtigen Hengstkontakt. In den letzten Monaten konnte ich so Erfahrungen sammeln, durch die ich mir ein eigenes Bild von dem Umgang mit einem Hengst machen konnte und sich schlussendlich so etwas wie eine eigene Meinung um Hinblick auf das Dasein von Hengsten, der Kastration und der Haltung bei mir entwickelt hat. Bedeutet das Dasein als Hengst für das Pferd nicht einen unheimlichen Stress? Wäre es nicht zum Wohle des Pferdes, wenn man ihn kastrieren würde und ihm so ein stressfreies, normales Leben  ermöglichen könnte? Muss es überhaupt sein, sich Hengste zu halten oder ist es einfach ein persönlicher Luxus des Menschen, welches auf Kosten der Pferde geht?

Ich halte wenig davon, über Gott und die Welt zu urteilen, ohne dass ich mir von der umstrittenen Thematik ein eigenes Bild gemacht habe. Sei es bzgl. des bekanntlich außerordentlich schmerzhaften Brennens der Fohlen, was überall verteufelt wird oder im Hinblick auf die Vorgehensweise beim Anreiten der Jungpferde: War ich selbst nicht dabei, habe ich es selbst nicht mit eigenen Augen gesehen und wahrgenommen, es selbst probiert, erlaube ich mir einfach kein Urteil. Vor diesem Hintergrund sei gesagt, dass ich hier allein von den Erfahrungen mit den beiden Hengsten berichten kann und diese beiden Herren bei Weitem nicht repräsentabel sind für eine fundierte Meinung. Ich möchte euch einfach an meinem Weg teilhaben, auf dem ich versuche mir mehr Wissen bzgl. Hengste/Hengsthaltung/Hengstausbildung anzueignen – ich bin also jederzeit offen, mir andere Erfahrungsberichte anzuhören und mich bei anderen vor Ort eines besseren Belehren zu lassen.

Nun aber zum eigentlichen Thema zurück: Die Ausbildung & Haltung von Hengsten. Anfangen möchte ich mit dem täglichen Umgang und der Ausbildung der Hengste und der Frage, inwieweit überhaupt ein – für Pferd und Reiter – stressfreier Alltag möglich sein kann. Seit knapp eineinhalb Jahren beschäftige ich mich nun schon mit den kleinen Rackern. Angefangen mit den ersten Führversuchen, über kleine Putzeinheiten, die ersten Spaziergänge, Freispringen und schlussendlich bis hin zu den ersten Reitversuchen habe ich nun täglich Kontakt mit den jungen Herren und konnte mit ihnen ihre ersten Schritte vom Teenie bis hin zum Reitpferd erleben. Dinge, die ich schon einmal mit Wallachen und Stuten erleben durfte, zu denen aber bislang kein Hengst zählte. Ich  muss zugeben, dass ich anfangs mit einer gehörigen Portion Respekt an sie herangetreten bin. Anders als die braven Wallache, welche in der Anfangszeit mehr Schmusebär als Sportpferd waren, schienen die Junghengste nicht wie üblich in die wachstumsbedingte Trantütigkeit zu verfallen. Stattdessen wurde diese Phase gekonnt ausgelassen, sodass wir hier von hochmotivierten Jungspunden sprechen können, welche bereits von klein auf mit einer Energie und einer Lebensfreude ausgestattet sind, welche in Kombination mit dem gut bemuskelten jugendlichen Körper der Hengste und der altersbedingten Unerfahrenheit zu der ein oder anderen interessanten Situation geführt haben.

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Meine ersten Annäherungsversuche startete ich also mit Respekt. Wie sich später herausstellte zu Recht, denn so lieb und artig die kleinen Jungs auch sind: Geht mit ihnen einmal der jugendliche Blödsinn durch, hat man einem hellwachen dreijährigen Junghengst weniger entgegen zu setzen, als man es vielleicht bei einem – verzeiht – „schlappigen“ Wallach tun könnte, welcher vermutlich erst drei Minuten später realisiert, dass etwas spannendes passiert. Versteht mich nicht falsch: Kein Hengst ist wie der andere und genauso wenig kann man alle jungen Wallache in einen Topf schmeißen. Die Tendenz geht aber einfach dahin, dass ein Hengst nochmal eine große Portion wacher und energiegeladener ist, als es ein Wallach ist. Das altbekannte „gewisse Etwas“ der Hengste, was sie für viele Reiter so interessant machen, kann also gleichermaßen eine zusätzliche Belastung sein, wenn man mit den Jungpferden anfängt zu arbeiten. Mittlerweile ist Campino nun unter dem Sattel und wir durften unsere ersten Runden als Reiter-Pferd-Paar alleine in der Halle drehen. Unheimlich doll habe ich diesen liebenswürdigen Hengst ins Herz geschlossen und es ist jeden Tag aufs Neue eine riesige Freude, mit ihm zu arbeiten. „Pummelchen“ und ich hatten selbstverständlich aber auch nicht nur rosige Zeiten. Auch wenn er 99% das liebste Pferd der Welt ist, ehrlich, offen, ruhig, unheimlich abgeklärt und entspannt und er wirklich IMMER darauf bedacht ist, für das Wohl des Reiters/ der Pflegerin zu sorgen, so hatten wir doch auch die typischen anfänglichen Schwierigkeiten. So wurde ich ab und an zum Surfer, wenn er mal wieder irgendwelche Gegenden erkunden wollte, welche eigentlich nicht auf unserer Route lagen. Es wurde hier und da mal getestet und besonders im Frühjahr 2017, als  die Beiden zweijährig waren, bekam ich das Hengstsein relativ deutlich zu spüren. So kam ich an dem Punkt, an dem ich mich fragte, ob es mit einem Hengst überhaupt möglich sein würde, einen stressfreien, angenehmen Alltag ohne Machtspielchen und Hengstgehabe zu finden oder ob Hengstsein nicht grundsätzlich auch immer mit einer großen Portion Unruhe und Wagnis für Pferd und Pfleger/Reiter verbunden ist. In Anbetracht der gewaltigen Kraft der Jungspunde war es für mich kleines Persönchen nicht immer leicht, meine Interessen durchzusetzen und die jungen Muskelprotze zum Gehorsam zu erziehen. Im Großen und Ganzen kann ich bislang aber behaupten, dass wir die wichtigsten Basics der Erziehung erfolgreich erlernt haben und wir nun ein Miteinander haben, welches wirklich Spaß macht. Es hat vielleicht den einen oder anderen Tag länger gedauert, als es bei einem weniger kräftigen und nicht hormongesteuerten Wallach der Fall gewesen wäre, aber alles in allem haben wir trotz des Hengstseins ein Level im Umgang erreicht, was sich denke sehen lassen kann. Campino lässt sich artig zum Paddock führen, ich kann ihn mittlerweile wie jedes andere Pferd auf der Stallgasse anbinden, Duschen, Grasengehen und auch die Basics in der Reithalle haben wir ohne Probleme vollständig verinnerlicht. Wir haben uns also tatsächlich selbst überrascht und meine anfängliche Skepsis, ob überhaupt ein halbwegs normales Miteinander möglich ist, wurde in nur kurzer Zeit aus dem Weg geräumt. Wenn ich ehrlich bin gehört Hengsti mittlerweile sogar zu meinen entspanntesten Zöglingen. Er kann zwar in sekundenschnelle in den Sportmodus wechseln, ist aber rund um das Training herum das verschmuste und entspannteste Pferd, welches ich kenne. Das beste Beispiel ist wohl unsere tägliche gemeinsame Mittagspause: Campino hält grundsätzlich um Punkt 12 Uhr seinen Mittagsschlaf und hat keine Probleme damit, wenn ich auf seinem Rücken Platz nehme, während er schlummert. So haben wir schon einige Powernaps hinter uns gebracht, schlummernd auf einem schlafenden, dreijährigen Hengst. Nicht alltäglich, oder?

Aus den ersten anderthalb Jahren Hengstkontakt konnte ich bzgl. der Ausbildung also schon mal eine wichtige Erkenntnis ziehen: Man erwartet harsch gesagt „das Böse“, schlussendlich sind Hengste aber doch nur wie alle anderen Pferde auch, die bei entsprechender Erziehung und Ausbildung wunderbare Reitpferde sein können. Wunderbare Reitpferde, mit einem ganz besonderen „gewissen Etwas“ – denn das haben Hengste meiner Meinung nach nach wie vor. Ich bin mir nicht sicher, inwiefern unsere Erfahrungen auf andere Hengste übertragbar sind und doch war die Ausbildung – trotz meiner anfänglichen Zweifel – bis zum jetzigen Zeitpunkt wirklich machbar. Entgegen meiner Erwartungen haben sie mich in jeder erdenklichen Situation überrascht, mir unfassbar viel Vertrauen und Zuneigung geschenkt und traten jeder Aufgabe offen und motiviert entgegen. Sicherlich sollte man sich der gewaltigen Kraft und der Hormone bewusst sein und ich gebe ehrlich zu, dass ich mit ihnen – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt – auch nicht einfach so um den See spazieren gehen würde. Und doch waren die kleinen „Testphasen“ mit einer weiteren Hilfsperson zu meistern, sodass unterm Strich nichts negatives verbleibt. Dem Vorurteil, dass ein Hengst nie so eine entspannte und ruhige Ausbildung genießen kann, wie es ein Wallach könnte, muss ich also derzeit ausgehend von meinen wenigen Erfahrungen widersprechen. Fängt man vom Fohlenalter an, den Umgang mit den Hengsten zu üben und lernen sie von klein auf, den Menschen als Freund und „Chef“ zu respektieren, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man mit einem Hengst genauso eine entspannte und pferdefreundliche Ausbildung genießen kann, wie mit jedem anderen Pferd auch. Sicherlich gibt es von diesem Erfahrungswert Ausnahmen und es wird Hengste geben, welche sich hormonbedingt selbst im Weg stehen und sich einem unheimlichen eigenen Stress aussetzen, welches sich natürlich auch auf die Ausbildung und das Miteinander auswirkt. In einem solchen Falle sollte man zum Wohle des Pferdes handeln und eine Kastration durchführen. Aussagen, bei denen die Ausbildung eines Pferdes als Hengst als egoistisch und rücksichtslos gegenüber dem Wohl des Tieres betitelt wird, muss ich allerdings vehement widersprechen.

Dreijähriger Hengst von Colestus
Sieger seiner Abteilung des Freispringwettbewerbes vom Hannoveraner Verband 2018

Die Ausbildung eines Hengstes bedeutet also nicht immer automatisch Stress und Unruhe für das Pferd. Aber wie sieht es mit der Haltung aus? Kann ein Hengst wirklich ein ganz normales Pferdeleben führen oder ist es nicht doch so, dass ein Hengst im Gegensatz zu einem Wallach oder einer Stute ein weniger pferdegerechtes und schönes Leben führen wird? Muss es also wirklich sein, dass ein Hengst Hengst bleibt? Hinsichtlich dieser Fragen bin ich sehr zwiegespalten. Fakt ist, dass im Normalfall – und damit meine ich, dass es durchaus Ausnahmen geben kann – ein Hengst in einem normalen, gemischten Pensionsstall nicht das Leben führen wird, welches man ihm wünschen würde. Ich spreche hier erstmal von Pensionsställen, welche keine extra Vorrichtungen für Hengste haben und man allein die Möglichkeit hat, sie wie einen „normalen Wallach“ zu halten. Ich zähle euch einfach mal ganz trocken meine Erkenntnisse der letzten eineinhalb Jahre auf: Rossige Stuten können dazu führen, dass der Hengst drei Boxen weiter einer enormen Unruhe ausgesetzt wird. Paddocks können nicht genutzt werden, wenn Stuten nebenan stehen. Ebenso ist es auf den meisten Betrieben aufgrund der Begebenheiten nicht möglich, Hengste auf die Wiese zu lassen. Zu groß ist das Risiko, dass sie mit ihrem vorhandenen Sprungtalent über die Zäune hüpfen und für den einen oder anderen ungewollten Nachwuchs sorgen. Nicht zu verkennen ist zudem die Gefahr mit anderen Wallachen. Nicht bei jedem Hengst ist es möglich, ihn mit einem anderen Pferd zusammen zu stellen. Stattdessen ist das Hengstgehabe ein häufiges Ausschlusskriterium für viele Pferdebesitzer, sodass der Hengst – wenn überhaupt – alleine auf der Wiese sein Dasein fristet, ohne den Sozialkontakt mit anderen Pferden pflegen zu können. Nicht unbedingt das, was man sich für ein Pferd vorstellt, da bin ich ganz ehrlich. Aus diesem Grund kann ich nicht ganz nachvollziehen, warum sich Reitersleute „zum Spaß“ Hengste halten und sie noch dazu in einen ganz normalen Pensionsstall stellen, bei dem aufgrund der oben aufgeführten Risiken große Abstriche für das jeweilige Pferd gemacht werden müssen. Das gilt keineswegs für alle: Tatsächlich haben wir selbst einen älteren schweren Warmbluthengst im Stall stehen, welcher wie ein ganz normales Pferd mit anderen Wallachen auf die Wiese geht und ein vollkommen normales Leben in einem ganz normalen Pensionsstall trotz seines Daseins als Hengst lebt. Im Normalfall ist ein Hengst aber eben nicht derart entspannt und ich würde behaupten, dass eine solche Haltung zu 90% nicht möglich ist. Kauft man sich also bewusst einen Hengst, ohne damit einen wirklich nennenswerten Zweck zu verfolgen und ihn in einen Pensionsstall zu stellen, wo er offensichtlich ein weitaus unschöneres Leben führen wird, als er es als Wallach tun würde, so muss ich tatsächlich mit der Meinung der Kritiker gehen und das Vorgehen als Egoismus auf Kosten des Pferdes betiteln.

Eine Ausnahme sehe ich bei Hengsten, welche nicht zum Spaß an der Freude als solche gehalten werden, sondern für einen bestimmten Zweck unkastriert bleiben. Auch bei uns ist es so, dass wir den dreijährigen Hengsten keine Wiese ermöglichen können. Gerade im Hinblick auf die Mutterstuten mit ihren Fohlen ist es ein zu großes Risiko, dass die talentierten Youngster die Weidezäune als kleine Herausforderung annehmen. Nachdem sie ihre Zeit also bis sie dreijährig sind in einer Herde etwas weiter entfernt von den restlichen Wiesen bzw. im Winter in einem großen Offenstall verbracht haben, ist die Wiesenzeit vorerst vorbei. Stattdessen wohnen sie in einer XXL-Paddockbox, haben zusätzlich einen gut gesicherten Paddock gebaut bekommen, auf dem sie sich austoben können und die Seele baumeln lassen können. Als kleinen zusätzlichen Trost gehe ich regelmäßig mit den jungen Hengsten grasen, um ihnen so gut es geht ein „normales Leben“ zu ermöglichen. Schön war es, dass die beiden Hengste sich recht lange sehr gut verstanden haben, sodass sie ihre Zeit auf dem Paddock gemeinsam spielend und tobend verbringen konnten. Leider sind sie nun zu alt und das Hengstsein nimmt Oberhand, als dass wir sie gefahrlos und mit einem guten Gewissen zusammen stellen könnten. Auch wenn ich den beiden Youngstern eine große geräumige Wiese mit Sozialkontakten wünschen würde, finde ich die Hengsthaltung zu dem Zweck, für den wir es tun, dennoch in Ordnung. Bekanntlich lebt die Zucht von Hengsten: Ohne Hengste, gibt es keine Nachkommen. Züchtet man also erfolgreich Sportpferde, so strebt man bei einem Hengst natürlich immer an, dass dieser gekört und später in den Deckeinsatz gehen wird. Und auch wenn das vorerst nicht der Fall sein wird, so kann es über Sporterfolge immer noch dazu kommen, dass ein Hengst später noch gekört und auf Station aufgestellt wird. Halten wir Hengste, so tun wir dies aus einem ganz bestimmten Grund, nämlich der späteren Vorstellung bei einer Körung oder der Vermarktung als – möglicherweise noch körfähigen – Sporthengstes. Wie bei so vielen Dingen im Leben gibt es auch hier nicht den einen, schönen, rosigen Weg. Also muss man abwägen und eine für einen selbst vertretbare Entscheidung treffen. Wir sind unheimlich bemüht, den Hengsten ein „ganz normales“ Leben zu ermöglichen, tun dies in dem Wissen, dass es nur vorübergehend sein wird und verfolgen damit noch dazu einen Zweck. Vor diesem Hintergrund – so schade es auch um die Weidezeit ist – können wir die Haltung bis zum Verkauf durchaus vertreten.

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Dreijähriger Hengst von Colestus

Was sich meiner Meinung nach ebenso vertreten lässt, ist die Haltung eines Hengstes in einem – dafür ausgelegten, möglicherweise sogar allein für Hengste vorgesehenen – Pensionsstall. Wie oben erwähnt kann ein Hengst im Normalfall mit der richtigen Ausbildung ein ebenso schönes und stressfreies Leben führen, wie es ein Wallach kann. Einzig die Haltung ist es, bei dem meines Erachtens zu viele Abstriche gemacht werden müssen, als das man sich „einfach so“ ein Hengst halten sollte. Passt man sich diesen Schwierigkeiten als Besitzer allerdings an und stellt den Hengst in einen Stall, bei dem ihnen ein ganz normales Leben ermöglicht werden kann, so sehe ich absolut kein Problem darin, sich notfalls auch „nur zum Spaß“ ein Hengst zu halten. Bei uns in der Gegend gibt es einen solchen Stall nicht, oben im Norden findet man sie allerdings recht oft. Einzig die „Lösung danach“ würde mich vermutlich dennoch davon abhalten, diesen Weg zu gehen. Es kann durchaus sein, dass ich diesbezüglich nicht auf dem neuesten Stand bin, allerdings kenne ich tatsächlich keinen Rentnerstall, bei dem es extra Hengstherden gibt, welche zusammen 24/7 raus dürfen oder den Winter über im Opi-Offenstall verbringen. Wenn ich also nicht 100% sicher weiß, dass ich meinem Hengst im Alter ein schönes Rentnerdasein ermöglichen kann, würde ich vermutlich auch von dieser – für den Hengst pferdegerechten – Haltung absehen und doch auf die Kastration zurückgreifen, wenn ich ihn sonst nur zum „Spaß“ halten würde.

Ihr seht: Es ist eine gar nicht so einfache Thematik und schlussendlich kommt es immer und immer wieder auf den Einzelfall an. Wie vermutlich deutlich geworden ist, stellen sich bei mir alle Nackenhaare hoch, wenn für das Pferd offensichtlich Abstriche gemacht werden müssen (Achtung: selbstverständlich kennt jeder sein Pferd am Besten und nicht immer liegen solche Einbußen in der Lebensqualität wirklich vor, nur weil es beim eigenen Pferd so sein würde!), nur um selbst einen Hengst haben zu können. Andersherum muss ich bislang allen Kritikern widersprechen, welche das Dasein eines Hengstes wegen des hohen Stressfaktors im alltäglichen Leben verteufeln. Zumindest bei uns hat sich die befürchtete Unruhe im täglichen Miteinander nicht bestätigt und wir können ebenso sorgenfrei und entspannt Dinge erleben, wie es mit einem Wallach der Fall wäre. Wichtig ist denke ich immer, dass man das ganze noch einmal objektiv hinterfragt und wirklich abwägt, welche Interessen sich hier tatsächlich gegenüberstehen und welcher Seite die Priorität eingeräumt werden sollte. Das ist also vorerst das Ergebnis meiner anderhalb jährigen „Hengsterfahrung“ und ich bin mir bewusst, dass langjährig erfahrene Bereiter/Pfleger/Hengsthalter dazu nochmal eine korrektere Bilanz abgeben könnten. Wie oben erwähnt möchte ich euch aber einfach an meinem Weg, auf dem ich neue Erfahrungen und neues Wissen sammeln möchte, teilhaben lassen und wer weiß: Vielleicht muss ich meine Meinung in einem Jahr auch komplett ändern, weil neue Erkenntnisse hinzugetreten sind, welche ich derzeit noch nicht vorweisen kann. Ich bin gespannt und noch gespannter bin ich auf eure Meinung: Ich freue mich, über eure Kommentare hier oder auf Instagram unter alisa_1996 🙂

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